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Indianer im Amazonas
Der tropische Regenwald des Amazonas ist der Lebensraum von rund 350.000 Indianern. Sie leben im Einklang mit ihrer Umwelt und haben sich dem Regenwald vollständig angepasst. Das Leben im Urwald ist, so harmonisch es oft nach außen dargestellt wird, ein ständiger Existenzkampf, in dessen Mittelpunkt die Nahrungsbeschaffung durch Jagen, Fischen und Sammeln besteht. Ackerbau hat seine Grenzen, denn der Urwald hat im Laufe seines Entstehens dem Boden die wichtigsten Nährstoffe entzogen. Der Anbau von Süßkartoffeln, Maniok oder Mais ist meist nur wenige Jahre möglich. Danach ziehen die Indianer weiter und erschließen sich neuen Lebensraum. Allerdings nicht ohne zuvor vorher ihre Nutzpflanzen gesetzt haben. Diese Flächen dienen dann auch als Rückzugsgebiet für eventuelle Stammeskriege oder als Lebensmittelreservoir. Bei einer Rückkehr finden sie dann bereits Nahrung vor.

Bis zur Entdeckung Südamerikas sollen etwa 900 verschiedene Indianervölker in Brasilien gelebt haben, die meisten davon im Amazonasgebiet. Archäologische Funde deuten auf Siedlungen mit mehr als 8000 Menschen hin. Heute ist die Zahl der Indianervölker im Amazonas auf etwa 250 geschrumpft. Diverse Stämme und Unterstämme sind noch nicht entdeckt oder kommen durch Holzfäller und Siedler das erste mal mit einer anderen Zivilisation in Berührung. Diese Kontakte sind für die Ureinwohner des Amazonas gefährlich, denn sie sind nicht resistent gegen unsere Zivilisationskrankheiten. Großflächigen Waldrodungen, Industrieanlagen, Stauseeprojekten so groß wie die Fläche des Saarlandes und durch Goldgräber eingeschleppten Krankheiten, wie Grippe oder Masern sowie von Quecksilber verschmutzen Flüssen sind die Indianer des Amazonas fast schutzlos ausgeliefert. Offenbar ist eine effektive Kennzeichnung indianischer Lebensräume nur schwer durchsetzbar und bei einer Größe, die Frankreich und Deutschland zusammen entspricht, kaum zu kontrollieren. Dennoch sind es die Indianer am Amazonas, die als Ureinwohner ein Recht auf Schutz haben. Niemand hat das Recht, sie zu vertreiben oder ihren Lebensraum zu beschädigen.