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Manaus, das Tor zum Amazonas
Mit 1,7 Millionen Einwohnern ist Manaus die achtgrösste Stadt Brasiliens. Brodelnde Großstadt und dampfender Dschungel - kaum irgendwo sind die Kontraste und Widersprüche des modernen Brasilien so offensichtlich und selbsterklärend wie hier. Eingeschlossen von unendlichen Wäldern und Flusslabyrinthen liegt die geschäftige Metropole mitten im Herzen des Amazonasgebiets, am Zusammenfluss des Rio Solimões und des Rio Negro. Riesige Distanzen trennen Manaus von anderen lateinamerikanischen Großstädten, wichtige Strassenverbindungen gibt es kaum, und der überwiegende Teil der Besucher und Güter erreicht die Stadt per Schiff oder mit dem Flugzeug.

Zwischen 1890 und 1910 wurde Manaus zur Drehscheibe des brasilianischen Kautschukbooms und gelangte während dieser Zeit zu grossem Ruhm und Reichtum. Liniendampfer verbanden die Stadt mit New York, Hamburg und London, und Gummibarone errichteten Prunkbauten im Stil von Paris und Rom. Mit dem Verlust des Kautschukmonopols begann ein mehrere Jahrzenhte anhaltender Abstieg, bis gegen Ende der 1960er Jahre die Implementation einer Freihandelszone und Steuervergünstigungen für dauerhaften Aufschwung und wirtschaftliches Wachstum sorgten. Heute ist Manaus die viertreichste Stadt Brasiliens und einer der Ausrichtungsorte der Fussball WM 2014.

Zu den Hauptattraktionen der Stadt gehört die opulente Architektur der Kautschuk-Ära, wie die weltbekannte und kürzlich komplett restaurierte Oper von Manaus, die nach pariser Vorbild gebauten Markthallen am Rio Negro oder der Palácio Rio Negro, seinerzeit der Privatpalast eines deutschstämmigen Gummifürsten. Daneben fasziniert Manaus mit seiner von amazonischen Wurzeln durchsetzten Kultur: indianische Einflüsse sind in Speisen, Gebräuchen, Glauben, Kunst und Musik zu erkennen und fester Bestandteil des Profils der Stadt. Abgerundet wird das Bild durch ein reichhaltiges Angebot an kulturellen Events, wie das Opernfestival von Manaus (April), das Manaus Jazz Festival (Juli) sowie der auch in Brasilien immer beliebter werdende Karneval von Manaus.

Für die meisten Touristen ist Manaus das Sprungbrett in die faszinierende Welt der Regenwälder Amazoniens. Nicht zu Unrecht rühmt sich die Stadt, unter allen Metropolen dieser Erde über das weiteste und unberührteste "Hinterland" zu verfügen, und bietet die ideale Mischung für Regenwald-Einsteiger, die sich für authentische Begegnungen mit der Fauna und Flora Amazoniens interessieren, sich aber andererseits allzu fernab der gewohnten Großstadtumgebung unsicher fühlen. Wer erste Eindrücke sammeln und interessante Fotos schiessen möchte ohne dabei Komfort und Sicherheit zu missen, dem bieten die zahlreichen Jungle Lodges und Flusskreuzfahrten im direkten Umfeld von Manaus hierzu perfekte Vorrausetzungen. Wer dabei auf dem Geschmack kommt und zusätzlich genügend Zeit und Konstituition mitgebracht hat, kann sich unter professioneller Führung immer tiefer ins wilde Amazonien vorwagen.